Anfang Mai 2007 reiste eine Gruppe von Mitgliedern in die Oberlausitz.
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Die erste Station wurde in Bautzen gemacht, wo die ehemalige Leiterin der Denkmalbehörde Frau Dipl.-Ing. Christa Kämpfe kenntnisreich
durch die historische Altstadt führte. Zum Auftakt gab es einen bezaubernden Blick aus ihrem Garten auf die Altstadt.
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Das an der via regia gelegene Budissin erhielt erst im 16. Jahrhundert den deutschen Namen Bautzen und ist noch heute
das Zentrum der Sorben. So sind noch immer die Straßennamen und die Ortsschilder in der Oberlausitz zweisprachig. Aber auch das sorbische
Theater und Gymnasium belegen die Lebendigkeit der sorbischen Kultur. |
Der gotische Dom St. Peter mit seinem hohen Turm, der von einem barocken Helm bekrönt wird, gehört zu den bedeutendsten
Sakralbauten Sachsens und ist eine der wenigen Simultankirchen. Der Chor wird von der katholischen und das Langhaus von der evangelischen
Gemeinde seit 1523 genutzt, nur getrennt durch eine flache Balustrade. |
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Das an der Oder-Neiße-Grenze gelegene Görlitz war Gegenstand des folgenden Exkursionstages. Am Schnittpunkt der via regia
(Ost-West-Verbindung) und der Böhmischen Straße (Nord-Süd-Verbindung) gelegen, gewann es seinen Reichtum aus dem Handel mit dem in
heimischer Produktion gewebten Tuch und dem aus Erfurt stammenden Waid. Der Kupferstich von Merian zeigt die Stadt um 1650.
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Die Stadt ist reich an baulichen Besonderheiten: Hallenhäuser aus der Renaissance und dem Barock mit mehrgeschossigen Kellern im
Stadtzentrum, ein Jugendstil-Kaufhaus am Demianiplatz, eine die Reichskristallnacht überstandene Reform-Synagoge und ein um die Altstadt
gelegter Gürtel von großbürgerlichen Villen des frühen 19. Jahrhunderts und ganze Straßenzüge von Bauten des Historismus.
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| Engagiert und von überwältigendem Fachwissen geprägt, begleitete Dr. Bednarek, Kunsthistoriker und Architekt aus Görlitz, die Gruppe über mehrere Exkursionstage. |
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Ein unvergessliches Ereignis war ein Orgelvorspiel in der Kirche St. Peter und Paul auf der gerade restaurierten Sonnenorgel mit Cymbelstern und Vogelgezwitscher von Eugenio Casparini (1703). |
| Diese spätgotische Hallenkirche, auf einem Felsplateau über der Neiße gelegen, prägt das Stadtbild. |
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| Görlitz war ein geistiges Zentrum des Späthumanismus, der "gelehrsame Ketzer" Bartholomäus Scultetus zeichnete die erste Karte der
Oberlausitz (1593), und der Schuster und Philosoph Jacob Böhme hinterließ ein 4000 Druckseiten umfassendes Werk. Ende des 18. Jahrhunderts
wurde die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften als Gelehrtenorganisation ins Leben gerufen. Sie betreibt Geschichtsforschung
und pflegt ein wertvolles Archiv, das in einer Kulissenbibliothek untergebracht ist. |
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Eine Rundreise durch die Oberlausitz führte zu vielen kostbaren Kunstdenkmalen.
In Zittau war das große Fastentuch von 1472 in der Museumskirche zum heiligen Kreuz der prägende Eindruck. 45 Bilder des Alten und
ebenso viele des Neuen Testaments beeindruckten durch ihre lebendige Darstellung. Es wurde 1994/95 als Kunstwerk von Weltgeltung
restauriert, nachdem es am Ende des 2. Weltkrieges beschädigt worden war. Dieses jetzt in der restaurierten Kirche gezeigte Fastentuch
wurde zum Verhüllen des Altars während der Fastenzeit verwendet
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Die Kreuzkirche von 1410 zeigt den böhmischen Einfluss, das Sterngewölbe ruht auf einer schlanken Mittelsäule. |
| Auch in Zittau wurde der preußische Einfluss (im 19. Jh.) sichtbar. Der Schinkelschüler Schramm baute am Stadtring die erste sächsische Baugewerbeschule. |
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Nach einer erholsamen Fahrt mit der Museumseisenbahn war Kloster Oybin das nächste Reiseziel. Die von den Malern der Romantik,
Caspar David Friedrich und Carl Gustav Carus, Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckte Klosterruine ist ein wahres Wunder an Ideenreichtum
der Architektur. |
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| Wegen des kleinen Bauplatzes auf den Felsgipfeln wurde beispielsweise der Kreuzgang in übereinander liegenden
Geschossen ausgeführt. |
| Die weiteren Stationen der Oberlausitz-Exkursion waren das seit dem13. Jahrhundert bewohnte Zisterzienserinnenkloster Marienthal,
das in der 2. Hälfte des 17. Jh. überformt wurde, |
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| die Villa des Nudelfabrikanten Schminke in Löbau von Hans Scharoun aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts (sein frühes Meisterwerk), das pietistische Bethaus in Herrnhut und die Umgebindehäuser von Obercunnersdorf, die in einer Mischkonstruktion slawische (Blockstube) und germanische (Fachwerkobergeschoss) Baukultur vereinen. |
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Der Besuch des Landschaftsparks von Muskau schloss die Exkursion ab. Diesseits und jenseits der Neiße gelegen, bildet der Park trotz der Staatsgrenze heute wieder eine erlebbare Einheit. |
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| Muskau ist ein Synonym für Parkkultur. Der ca. 600 ha große Landschaftspark wurde von Fürst Pückler Anfang des 19. Jh.
in Anlehnung an englische Gartenanlagen geschaffen, die er auf ausgedehnten Reisen kennen gelernt und in seinen viel gelesenen
Reisebeschreibungen erwähnt hatte. |
| Obgleich örtliche Fachkräfte sich an den verschiedenen Orten der Exkursion der Gruppe annahmen, blieb der Chef- Reiseführer Dr.
Bednarek immer am Ball, so auch, als uns die Entstehungsgeschichte des Parks erläutert wurde. |
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| Inzwischen sind die Restaurierungsarbeiten am Muskauer Schloss (vom Prinzen Friedrich der Niederlande im Stil der
Neorenaissance umgebaut) weit vorangekommen. Es präsentiert sich in neuem Glanz und war der gelungene Schlusspunkt einer bemerkenswerten
Reise in den östlichsten Teil Sachsens. |